Warum lesen Menschen Thriller? Fremdfürchten für Leseratten - darum sind Thriller so beliebt

Könnte sich der moderne Mensch mit einem seiner Vorfahren unterhalten, empfände dieser das Leben im heutigen Alltag wie in einem Märchen.

Mehr Nahrung als den meisten guttut, ein Dach über dem Kopf und eine Heizung die im Winter warm hält, gibt uns Sicherheit, nimmt allerdings auch ein Stück Abenteuer aus unserem Leben.

Langeweile auf höchstem Niveau

Vieles ist für uns selbstverständlich geworden. So sorgen sich die Menschen vorwiegend um das, was sie direkt umgibt. Das verschafft unbedeutenden Problemchen plötzlich einen immensen Stellenwert.

Deutlich weniger belastend hingegen fühlen sich globale Probleme wie marode Staatsfinanzen, Insolvenzen und Korruption an. Die zeitweiligen Aufreger werden häufig noch von den Medien hochgepusht, doch echte Sorgen erzeugen sie in der Regel nicht.

„Kein Übel ist so groß wie die Angst davor“

Lucius Annaeus Seneca ca. 4 v. Chr – 65 n. Chr.
römischer Politiker, Rhetor, Philosoph und Schriftsteller

Angst ist ein Urinstinkt des Menschen

Am heftigsten treffen uns Kapitalverbrechen wie Mord, Raub oder Körperverletzung. Zur Gewalt zählen aber nicht nur direkte Angriffe auf Leib oder Leben, sondern auch indirekte Maßnahmen von Staat, sozialem Umfeld oder dem Arbeitgeber. Wir fühlen uns hilflos und suchen manchmal vergeblich nach einer Lösung.

Tiefes Unbehagen und Beklemmung erzeugen Berichte der Medien über Naturkatastrophen oder tragische Unfälle. Passierte es anderen, macht sich bei aller Tragik und ungeachtet des Mitgefühls eine tiefe Erleichterung breit, nicht selbst direkt oder indirekt davon betroffen zu sein.

Die Bewältigung des Kopfkinos gehört zum Schwersten überhaupt. Dabei ist es leicht, sich abzulenken und die Gedanken oder Ängste auf weniger Belastendes zu lenken. Dennoch wälzen sich viele nachts mit ihren Sorgen von einer Seite zur anderen, ohne eine Lösung zu finden.

Ohne diese Ängste hätten Menschen wohl kaum überlebt, denn nach der Bewältigung des lähmenden Gefühls sind wir häufig stärker als zuvor und um zahlreiche Lebenserfahrungen reicher.

Die Lösung – Thriller, die unter die Haut gehen!

Der Leser eines spannenden Thrillers taucht in eine unbekannte vielleicht auch realitätsnahe Welt mit Scherereien ein, vor denen er sich im Leben fürchtet. Dadurch rücken die eigenen Alltagssorgen in den Hintergrund und lenken vom ziellosen Kopfkino ab.

Die Lösung einer verzwickten, spannenden Handlung schafft Erleichterung und befriedigt den Gerechtigkeitsinn – vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um das klassische „Happy End“. Deshalb stimmen gute und spannende Thriller optimistisch und fördern das positive Denken.

Insbesondere Thriller, wo man nachdenken muss, hinterlassen mehr als nur tiefe innere Befriedigung. Sie fördern die unabhängige Meinungsbildung und machen auf Themen aufmerksam, die von den Medien oder der Politik gerne totgeschwiegen werden.

Deshalb entstehen meine Romane immer vor einem realen Hintergrund aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft; denn nichts ist so spannend wie die Realität, die bei näherer Betrachtung gar nicht so kompliziert ist, wie häufig suggeriert wird.